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Wymiana niemiecka 2014

Deutsch-Polnische-Schülerbegegnung
Königstein, 19.05.-23.05.2014
Ein Bericht von Alexander Fischer
Vom  19. bis zum 23. Mai 2014 nahm eine polnische Schülergruppe an einem Schulaustauschprogramm teil, das von ihrem Deutschlehrer organisiert wurde. Die Schüler, obwohl sie Dresden besuchten, waren in einer kleinen Stadt namens Königstein untergebracht. Das Programm der Schülerbegegnung erstreckte sich über fünf Tage. Der erste und letzte Tag wurde der An-, und Abreise gewidmet, während der zweite, dritte und vierte Tag für die tatsächlichen Aktivitäten genutzt wurden. Die Schüler hatten nicht nur Gelegenheit Einheimische kennen zu lernen, sondern vor allem mit Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen.
Am 19. Mai trafen sich die Schüler am Hauptbahnhof in Warschau, um nach Dresden abzureisen. Leider gestaltete sich die Anreise als schwierig, da die Schüler häufig umsteigen mussten. 
In Dresden trafen die polnischen Schüler auf die deutschen Schüler. Nach einem kurzen Kennenlernen ging die Reise mit der S-Bahn weiter nach Königstein. Alle Schüler, die im letzten Jahr nicht an der Deutsch-Polnischen Schülerbegegnung teilnahmen, hatten nun Gelegenheit den berühmten Herrn Lehmann, von dem der Deutschlehrer so oft erzählt hatte, zu treffen. 
Nach der Ankunft in Königstein gab es noch ein kleines Stück Weg bis zur Jugendherberge. Die Elbe, die zwischen der S-Bahnstation und der Jugendherberge fließt, musste überquert werden. Da es keine Brücke in Sichtweite gibt, nutzten wir die Fähre, um auf die andere Flussseite zu gelangen. Auch die kommenden Tage nutzten wir täglich die Fähre. Die Überfahrt dauerte nur wenige Minuten, da sich die andere Anlegestelle direkt gegenüber befindet. Nach der Überquerung des Flusses führte eine Straße direkt zur Jugendherberge. Glücklicherweise wurde unser Gepäck abgeholt, so dass wir es nicht den ganzen  Weg tragen mussten.
 Die Schönheit der Gegend war für alle beeindruckend. Die Stadt liegt in einem Tal und ist von drei wunderschönen Bergen umgeben. Herr Lehmann erzählte uns von unglaublichen Überschwemmungen in den Jahren 2002 und 2013 und zeigte uns,  wie hoch das Wasser gestanden hatte. Abgesehen von der schönen Landschaft gab es noch die Stadt selbst, die auch sehr gemütlich war. Die alte Architektur passt perfekt zur malerischen Gegend. 
Als die Schüler endlich in der Jugendherberge ankamen, wurden schnell einige organisatorische Dinge geklärt und die Zimmer unter den Jugendlichen aufgeteilt.  Die Zimmer waren in einem sehr guten Zustand und hatten einen Balkon mit einer tollen Aussicht. Jeder war müde nach der Reise, und so endete nach einem köstlichen Abendessen der erste Tag. 
Am zweiten Tag, nach dem Frühstück, besuchten wir die Festung Königstein. Diese Festung ist eine ganz besondere Festung.  Zum einen,  wegen des  imposanten Aussehens, zum anderen, weil diese Festung nie erobert wurde. Das 9,5 Hektar große Felsplateau erhebt sich 240 Meter über die Elbe und zeugt mit über 50 teilweise 400 Jahre alten Bauten vom militärischen und zivilen Leben auf der Festung. Der Wallgang der Festung ist 1800 Meter lang und hat bis zu 42 Meter hohe Mauern und Sandstein-Steilwände. Kein Wunder, dass  sie niemals eingenommen wurde. Zur damaligen Zeit war es praktisch unmöglich die Festung in schweren Rüstungen bzw. mit schwerem Kriegsgerät zu erobern. 
Aber um die Festung zu sehen, mussten die Schüler zunächst den Berg besteigen. Einige liefen schnell, während andere sich mehr Zeit nahmen, aber jeder kam am Ende wohlbehalten auf der Festung an. Bevor wir tatsächlich in die Festung kamen, erklärte Herr Lehmann einige wissenswerte Dinge über die Festung. Für die polnische Gruppe lieferte Herr  Fischer eine Übersetzung von äußerster Perfektion.  Herr Lehmann erwähnte unter anderem eine Legende über die einzige Person, die Wehrmauern erklommen hat. Es war ein Schornsteinfeger.
Nachdem die Schüler endlich die Festung betreten hatten, sollten sie eine Reihe von Fragen beantworten. Eine Frage lautete: ,,Wie tief ist der Brunnen?“. Im Zentrum der Anlage befindet sich tatsächlich  der mit 152,5 Meter tiefste Brunnen Sachsens und zweittiefste Burgbrunnen Europas. Die Schüler durften die Festung eigenständig erkunden, mussten jedoch alle Fragen beantworten. Der Aufenthalt dauerte ca. 3 Stunden, da es viel zu sehen gab. Zum Beispiel gab es eine Waffenkammer mit einer Ausstellung mittelalterlicher Rüstungen und Waffen, oder man konnte einfach nur die Aussicht von den Wehrmauern genießen. Der Weg nach unten konnte entweder per Minizug oder zu Fuß bewältigt werden. Natürlich haben alle Schüler und Lehrer auf die Fahrt verzichtet und gelangten zu Fuß nach Königstein.
Nach dem Besuch der Festung  wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe konnte wandern, die andere ins Elbe-Freizeitland gehen. Wir lassen hier Herrn  Fischer über den Fun-Park erzählen, da er ja dort war: ,,Es war wirklich erstaunlich. Der Fun-Park ist relativ klein, aber es gibt ein riesiges Angebot an Attraktionen. Es gibt Attraktionen für kleinere Kinder, und extremere wie Bungee-Jumping, Brückensprung, Freier Fall oder Himmlstürmer (wo man  von einer massiven Schleuder in die Lüfte geschossen wird). Ich erinnere mich noch an den Schock 20 Meter über dem Boden zu stehen, mit einem Mann hinter mir, der sagt: jetzt nur springen". Aber es gab auch weniger extreme Attraktionen, die trotzdem viel Spaß machten. Es gab auch ein Erlebnislabyrinth, wo mein Schulkamerad und ich uns beinahe verlaufen hätten.  Ich habe generell gute Erinnerungen an diesen Ort.",  sagte Alex Fischer
Als die Schüler in die Jugendherberge zurückkamen, wurden Steaks und Würste gegrillt. Zusätzlich gab es natürlich das normale Abendessen.
Nach dem Abendessen beschloss eine Gruppe Jugendlicher, Fußball zu spielen. Das Spielfeld war eher schlecht und der Fluss war in der Nähe, was eine Gefahr für den Ball darstellte, aber trotzdem hatten alle Spaß. Danach gab es Freizeit und dann gingen wir schlafen . 
Am dritten Tag war ein Ausflug nach Dresden mit einem Abstecher zum Panometer Dresden geplant. Dies ist ein ehemaliger Gasometer in Dresden, in dem ein monumentales Panoramabild des Künstlers YadegarAsisi ausgestellt ist. Von 2006 bis 2011 war bzw. nach einer Überarbeitung erneut ab Dezember 2012 ist das Bild „1756 Dresden“ zu sehen, das die sächsische Landeshauptstadt zur Zeit des Dresdner Barocks zeigt. Dazwischen war das Werk „Rom 312“ Gegenstand der Ausstellung, das zuvor bereits im Panometer Leipzig zu sehen war. Der Begriff „Panometer“ stellt eine Wortschöpfung YadegarAsisis dar und ist ein Kofferwort aus „Panorama“ und „Gasometer“.
Wie bereits beim Besuch auf der Festung Königstein vermittelten uns  einige Schüler aus der deutschen Gruppe grundlegende Informationen zum  Siebenjährigen Krieg, die wiederum  von Alex Fischer ins Polnische einwandfrei  übersetzt wurden. Dann erhielten wir die zu beantwortenden  Fragen. Es wurde uns gesagt zu welchem Zeitpunkt und an welcher Stelle wir uns  anschlieβend treffen sollten. Nun kann Alex Fischer uns wieder erzählen,  wie es dort war: ,,Es war wirklich wunderbar. Die barocke Kunst vor dem eigentlichen 360-Grad-Gemälde war beeindruckend, aber nichts im Vergleich zu dem 360 Grad Bild. Es gab einen großen Turm in der Mitte, von dem aus man das Gemälde betrachten konnte. Nicht nur  das Bild  war sehr detailreich und realistisch, auch Sondereffekte wurden verwendet. Zum Beispiel legte sich die Dämmerung über die Stadt, es wurde dunkel und man konnte die gemalte Stadt bei Nacht zu sehen bekommen. Man konnte auch Geräusche vernehmen, z.B. von schreienden Eulen, und sogar Feuerwerke im Hintergrund sehen. Wirklich wunderbar.", sagt Alex. 
Nach dem Besuch im Panometer und einigen Fotos fuhren wir in die Altstadt von Dresden. In der Stadt hatten wir viel  Freizeit,  mussten jedoch vorab bei einer Stadtrallye viele Fragen zu berühmten Bauwerken, z.B. der Frauenkirche, beantworten. Danach aßen wir zu Mittag und konnten gestärkt einkaufen gehen. Die Architektur in Dresdens Innenstadt ist barock, jedoch einige Gebäude rund um den Bahnhof sind moderner.
Nach der Rückkehr in die Jugendherberge und dem Abendessen gab es ein Lagerfeuer. Die Schüler genossen auch Aktivitäten wie Springen auf dem Trampolin, und es war auch der Beginn der großen Verlustserie des Deutschlehrers in Schach gegen Alex Fischer, die die ohnehin schlechte Situation vom Deutschlehrer nach einer großen ihm in Polen in einem Basketball-Spiel zugefügten Niederlage nur verschlimmerte. Danach gingen alle schlafen, und so endete der dritte Tag .
Der vierte Tag war der letzte Tag der tatsächlichen Aktivitäten, aber auch der anstrengendste: der Tag der Höhlenwanderung.  Buchstäblich krochen wir durch Höhlen. Die Wanderung war in zwei Teile gegliedert, da sich die Höhlen in zwei verschiedenen Felsformationen befanden. Der Weg zu den ersten Höhlen war ziemlich lang. Nachdem wir  dort endlich eingetroffen waren, trafen wir uns mit einem Mann vom Deutschen Alpenverein, der uns auch mit Schutzhelme und Stirnlampen ausrüstete. Nach einer Wanderung auf den Berg kamen wir zu den Höhlen. Neben dem Labyrinth von zusammenhängenden Tunneln, der so genannten Schichtfugenhöhle, gab es auch sehr viele kleine Tunnel,  die meistens nicht verbunden waren. Es gab auch einen sehr schmalen Gang, durch den nur die Schlanksten gehen konnten. Wir nannten es eine Mutprobe. Ein weiterer Tunnel hatte einen sehr engen Eingang und eine ziemlich große Kammer. In einigen dieser Tunnel befanden sich Höhlenbücher, in die man sich eintragen konnte.
Nach Erkundung der Tunnel am Quirl (Name der ersten Felsformation) begaben wir uns zu Fuß in Richtung des Pfaffenstein (Name der zweiten Felsformation). Wir kamen unter anderem  an einem wirklich schönen Ort vorbei, von dem aus wir eine wunderschöne Aussicht auf den Wald und die Stadt Königstein genießen konnten. Der Weg war lang und die sportlicheren Leute liefen voraus.
Der Tunnel am Pfaffenstein hatte einen so schmalen Eingang, dass die größeren unter uns umkehren und zurückgehen mussten. 
Nach der Höhlenwanderung beschlossen die meisten, eine Abschlusswanderung auf den Berg Lilienstein zu machen. Die Sportlicheren liefen schneller, während der Rest sich mehr Zeit nahm. Aber es war nicht wirklich nur der Aufstieg, der gut war, sondern das, was danach kam. Auf dem  Gipfel kaufte Herr Lehmann seiner Abschlussklasse ein Bier, während die polnische Gruppe ihrem Deutschlehrer eins kaufte. Es gab Diskussionen über die Reise und später über Religion. Danach gab es ein weiteres Lagerfeuer, ein Abendessen  und die Leute begannen ihre Koffer und Reisetaschen zu packen. Die polnische Gruppe musste die Jugendherberge nichts so früh verlassen wie die deutsche Gruppe, sodass sie mehr Zeit zum Packen hatte. Und so endete der vierte Tag.
Am letzten Tag stand uns wieder eine lange Heimreise bevor. Nach dem Verlassen der Jugendherberge gingen wir direkt zur S-Bahn. Während der Reise beschloss der Deutschlehrer  mit Alex Fischer Schach zu spielen, eine Entscheidung, die er bis heute bereut. Neben Schach wurden auch Computerspiele gespielt, z. B. deadspace oder FIFA. Nach 14 Stunden Fahrt kamen wir in Warschau an und gegen  23 Uhr war das Austauschprogramm beendet.

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